Das bin ich mit Würze

Mein Name ist Luiza Licina-Bode, geboren wurde ich 1972 in Bad Berleburg. Ich verlebte ich eine unbeschwerte Kindheit in Wittgenstein, zuerst in Arfeld und dann in Berghausen, wo ich auch die Grundschule besuchte. Danach führte mich mein Weg zunächst auf die Hauptschule, von dort auf die Realschule und dann schließlich aufs Gymnasium. Meine Abiturprüfung legte ich dann in Siegen am Gymnasium am Löhrtor ab.

Ich komme aus einem Arbeiterhaushalt. Meine Familie stammt aus Montenegro im ehemaligen Jugoslawien. Mein Vater kam als Gastarbeiter Ende der 60er nach Deutschland. In Kreuztal absolvierte er eine Ausbildung zum Maurer , war dann 50 Jahre, zunächst auf dem Bau, dann in einer Molkerei und schließlich bis zur Rente als Produktionshelfer tätig. Meine Mutter hat mit mir vier Kinder bekommen und war daneben immer Vollzeit berufstätig, als Produktionshelferin in einer Molkerei und dann bis zur Rente viele Jahre als Küchenhilfe im Krankenhaus in Bad Berleburg. Arbeitnehmerthemen sind mir wichtig. Denn ich bin ein sog. Arbeiterkind und weiß, was das bedeutet. Die SPD ist meine politische Heimat aus tiefer Überzeugung. Sozialdemokratische Politik, die keinen zurücklässt, ist und bleibt die Antwort auf unsere Zukunftsfragen, und hält unsere Gesellschaft zusammen.

Das Arbeiterkinder in meiner Jugendzeit oftmals zu hören bekamen, „das schaffst du nicht“, oder „das ist doch nichts für Dich“, was willst Du denn mit einem Abitur, hat sich heute zwar zum Positiven verändert, dennoch ist da noch viel ungenutztes Potenzial.  Deshalb ist mir Teilhabe an unserer Gesellschaft wichtig, und zwar vom Kindesalter bis zum Rentenalter. Ich stehe für gerechte Zugangs- und Bildungschancen in unserer Gesellschaft. Jeder muss die Freiheit haben über seinen Lebensweg zu entscheiden, unabhängig vom Bildungsstand oder Geldbeutel.

Nach dem Abitur habe ich dann zunächst Germanistik und Wirtschaftswissenschaften und dann Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum studiert.

Begleitend zum Studium sammelte ich Auslandserfahrung in Schottland/Edinburgh und Italien, dort über ein Stipendium im Rahmen des Erasmus-Programms, wo ich an der Università di Bologna vergleichende Rechtswissenschaften im öffentlichen Recht studierte.

Ich bin Europäerin, überzeugt von der europäischen Idee. Mein Traum ist ein europäischer Reisepass in dem steht, Staatsbürgerin der Vereinigten Staaten von Europa, geboren in Deutschland, Volkszugehörigkeit montenegrinisch. Nur wenn wir Europäer zusammenhalten, können wir unseren Lifesyle langfristig sichern. Ich bin überzeugt davon, das Europa nicht nur die Antwort ist, sondern für uns existenzielle Bedeutung hat. Wenn wir in der Welt zukünftig bestehen wollen, Arbeitsplätze sichern wollen, Wohlstand in Deutschland wollen, dann sind wir nur als Europa ein ernstzunehmender Verhandlungspartner für die übrigen „Weltmächte“. Damit wir von Russland, China und den USA ernstgenommen und nicht abgehängt werden, braucht es ein starkes Europa. Das ist mir insbesondere wichtig, weil ich von unserem erfolgreichen Werte- und Rechtssystem überzeugt bin. Das gilt es auszubauen und zu sichern. Schaut man in andere Länder, möchte ich dortige Verhältnisse nicht.

Nach dem ersten juristischen Staatsexamen schloss meine weitere juristische Ausbildung am Landgericht Marburg an, das zum Bezirk des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main gehört. Im Rechtsreferendariat absolvierte ich Stationen in einer Rechtsanwaltskanzlei, am Arbeitsgericht sowie bei dem Regierungspräsidium in Gießen. Mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete ich meine juristische Ausbildung, mit der Befähigung zum Richteramt.

Während des Studiums, in der Kanzlei für Arbeitsrecht und am Arbeitsgericht wurde mir schon früh klar, ich bin leidenschaftliche Arbeitsrechtlerin. ArbeitnehmerInnen zu ihrem Recht zu verhelfen, damit sie sich mit  ArbeitgeberInnen auf Augenhöhe unterhalten, das ist meine Kompetenz.  Ein starkes Gerechtigkeitsempfinden, und der Drang die widerstreitenden Interessen in Einklang zu bringen, ist mein Antrieb. Respekt ist Voraussetzung, damit sich Vertragspartner wertschätzend auf Augenhöhe begegnen. So auch unser Zukunftsprogramm.

So war es für mich auch selbstverständlich das ich einer Gewerkschaft beitrete. Gewerkschaften kämpfen seit 150 Jahren für die Rechte von ArbeitnehmerInnen. Zu Beginn der Industriealisierung, haben Arbeiter in diesem Kampf sogar ihr Leben gelassen. Gewerkschaften sind heute starke und wichtige Verhandlungspartner, sie vertreten die ArbeitnehmerInnen. Deshalb sollten sich ArbeitnehmerInnen auch in Gewerkschaften organisieren. Aktuell hat die Corona Pandemie erst gezeigt, wie wichtig Gewerkschaften sind. 

Nach der Zulassung als Rechtsanwältin und der Tätigkeit in einer Kanzlei, ging ich den nächsten Schritt und gründete im Jahr 2008 eine eigene Rechtsanwaltskanzlei in Bad Laasphe, mit den Tätigkeitsschwerpunkten im Arbeitsrecht, Sozialrecht, Familienrecht und Mietrecht, die ich über sieben Jahre erfolgreich führte.

Im Jahr 2015 hat mich die Flüchtlingskrise aufgerüttelt. Ich wollte an der Bewältigung dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe mitwirken. Ich wechselte  zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), wurde verbeamtet und war zunächst in der Außenstelle in Bad Berleburg und schließlich in der Außenstelle Gießen tätig

In meiner Funktion als Entscheiderin bin ich Expertin im Asyl- und Migrationsrecht. Diese Thematik wird uns aufgrund der unsicheren Lagen auf der Welt immer wieder beschäftigen. Dafür braucht es ein starkes Europa das zusammenhält. Ich stehe für ein europäisches Asylverfahren, an den Außengrenzen der EU, mit dem Ziel einer europäischen Asyl- und Migrationsbehörde, die Außenstellen, in den einzelnen europäischen Mitgliedstaaten unterhält. An den Außengrenzen kann zudem eine Vorprüfung erfolgen, analog einem gerichtlichen Eilverfahren. So können Asylanträge ohne Aussicht aussortiert werden.  Weiterer Vorteil, in allen Mitgliedstaaten gelten dann die gleichen Bedingungen, das Verfahren wird aus einem Topf finanziert, der von den Mitgliedstaaten analog dem Königsteiner Schlüssel befüllt wird. Die Verteilung der Schutzsuchenden erfolgt ebensoo analog dem Königsteiner Schlüssel in die Mitgliedstaaten. 

Damit kann zudem der Binnenmigration in Europa, erneut und wiederholt gestellten Asylanträgen, entgegentreten werden. Eine Person, die in einem europäischen Mitgliedstaat einen Schutzstatus erhalten hat, muss meiner Vorstellung nach, dann z.B. mindestens 5 Jahre in diesem Land verweilen, um Arbeits- Ausbildungs- und Integrationsmaßnahmen zu durchlaufen, bevor diese Person oder Familie in Europa (weiter-)reisen darf und eine Niederlassungserlaubnis für die EU erhält. Das aus meiner Sicht ineffektive Dublin- Verfahren kann entfallen. Es benachteiligt die Mitgliedstaaten an den Außengrenzen der EU.

Im Jahr 2019 kandierte ich im Rahmen der Personalratswahlen als Mitglied der Gewerkschaft Ver.di und wurde in den Vorstand des Gesamtpersonalrates des BAMF in Nürnberg gewählt, wo ich zugleich stellvertretende Beamtensprecherin wurde. Wir vertreten hier ca. 8000 Mitarbeitende im BAMF.

Daneben wurde ich in den Hauptpersonalrat des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat in Berlin gewählt. Als erweitertes Vorstandsmitglied unterstütze ich zudem den Vorstand.  Wir vertreten ca. 70000 MitarbeiterInnen aus dem Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums, so beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bundeskriminalamt, THW, Bundesamt für Verfassungsschutz, Bundesverwaltungsamt, Statistisches Bundesamt, BSI usw. in allen arbeitsrechtlichen Belangen nach dem BPersVG (Bundespersonalvertretungsgesetz).

Seit 2005 bin ich SPD-Mitglied und neben Beruf und Familie (verheiratet, ein Kind) war ich bis 2019 acht Jahre lang Stadtverordnete der Stadt Bad Laasphe und von dort u.a. im Zweckverband Region Wittgenstein engagiert, sowie vier Jahre stellvertretende Vorsitzende des Unterbezirksausschusses der SPD Siegen-Wittgenstein.

Daneben bin ich seit 2 Jahren erste Vorsitzende des Fördervereins Freibad Bad Laasphe e.V., welcher mir sehr am Herzen liegt. Viele unserer Kommunen sind finanziell schlecht ausgestattet, und für die freiwilligen Aufgaben sehr oft kein Geld da. Ehrenamt und Fördervereine helfen wichtige Einrichtungen aufrecht zu erhalten. Deshalb stehe ich auch für die Altschuldenentlastung unserer Kommunen. Das SPD- Wahlprogramm hat den Punkt aufgenommen und Olaf Scholz dazu ein sehr gutes Konzept vorgelegt. Das werden wir in Regierungsverantwortung auch umsetzen.

In meiner wenigen Freizeit liebe ich es mit meiner Familie in unserem Freibad in Bad Laasphe zu schwimmen, genauso wie gesellige Stunden mit Freunden. Ausgedehnte Spaziergänge in unseren Wäldern oder diese mit dem Mountainbike zu erkunden dürfen auch nicht fehlen. Die Erhaltung unserer Natur ist mir sehr wichtig. Wenn ich mir die Veränderungen der letzten 20 Jahre anschaue, ist das erschreckend und besorgniserregend. Den Waldbesitzern müssen vom Bund strukturelle Hilfen zur Verfügung gestellt werden.

Siegen-Wittgenstein ist meine Heimat und für diese möchte ich nun in den Bundestag einziehen. Tatkräftig und ausdauernd möchte ich für unsere Region eintreten und dafür sorgen, dass man uns kennt und erhört. Der ländliche Raum darf nicht abgehängt werden. Wir haben viel Potenzial. Den ersten Schritt habe ich geschafft, ich bin Kandidatin. Der zweite Schritt liegt in  Ihren Händen. Sie haben es in es in der Hand, ob ich dieses Ziel erreiche! Es wäre mir eine riesengroße Ehre und Verantwortung, Ihre direkt gewählte Bundestagsabgeordnete zu sein. Wenn sie das auch möchten, dann bitte ich um Ihr Vertrauen und am 26.9.2021 um ihre Erststimme für mich. Danke schön.

Herzliche Grüße

Luiza Licina-Bode